Lehrerleben

 
 
 
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    So sind Lehrer wirklich
 
Fortbildungswunsch abgehakt! 23.3.2009 -- 13:57:24

Eigentlich ist doch alles super!
Ohne Post muss ich mich um nichts kümmern! Super!
Friseur kostet nur Zeit und Geld, also spare ich! Super!
Für Sport habe ich eh keine Zeit und ich war sowieso zu dünn! Super!
Hab ein blödes Wochenende, weil ich arbeiten muss, aaaaaber dafür hab ich in den Ferien dann nichts mehr zu korrigieren! Super!
Wenn ich fertig mit der Arbeit bin, sind die Pickel auch wieder weg, also ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür! Super!
Dank der Körnerkissenwärme spare ich Heizkosten! Super!
Fazit: Alles Super!

Alternative 22.3.2009 -- 09:30:22

Der Sonasier redet. Seine Mitschüler warnen ihn grinsend: “Sei ruhig, sonst holt sie den Tacker!”
Einem reicht das aber nicht. Er meldet sich und schlägt vor: “Also, wir haben zu Hause Sekundenkleber. Den könnte ich ja mal mitbringen…”
Ich werde es in Erwägung ziehen. Schließlich könnte man den ein oder anderen dann auch am Stuhl festkleben.

Fortbildungswunsch 21.3.2009 -- 14:18:53

Wir haben ja beschlossen alles super zu finden.
Seit 2 Wochen kämpfe ich mit einer Kehlkopfentzündung. Nun ist sie weg und wird abgelöst von starken Nackenschmerzen.
Jetzt sitze ich hier mit einem dekorativen Kirschkernkissen um den Hals.
Neben mir liegt ein Stapel Aufsätze, die unbedingt fertig werden müssen.
Auch die Mathearbeiten wollen korrigiert werden.
Dank des Antibiotikums habe ich viele Pickel.
Dank der Nackenschmerzen kann ich immer noch keinen Sport treiben und verfette minütlich.
Friseur fällt auch flach, kann ja den Kopf nicht halten.
Post hatte ich auch nicht.
Ich glaube, ich brauche eine Fortbildung zum Thema: “Auch wenn gar nichts klappt: Alles super!”
Oder einfach nur Ferien :-)

Nachspiel 21.3.2009 -- 11:53:27

Meine Chefin hat Rosenmontag total begeistert die technischen Möglichkeiten ihrer Kamera getestet. Also gibt es jetzt ein Video
davon.
Gut, dass ich die Homepage betreue…

Welche Ehre! 20.3.2009 -- 14:14:54

Wieder beschäftigen wir uns mit Sachaufgaben in der 4. Klasse. Diesmal geht es um die Planung einer Klassenfahrt und die Berechnung von Preisen. Wir lesen die Aufgabenstellung, nach der die Klasse und 2 Erwachsene für 3 Tage nach Bad Iburg fahren sollen. Wir beginnen mit der Berechnung.
Als wir den Preis für die 2 Erwachsenen berechnen wollen, fragt die Telefonbuchleserin dazwischen, WER denn mitfährt. Sie hat einfach die Abstraktionsebene noch nicht ganz erreicht. Die meisten anderen Schüler reagieren genervt, weil sie gern rechnen wollen (wirklich!!!), sind dann aber so raus, dass sie doch kurz nachdenken. Aber nur kurz, denn es ist für sie selbstverständlich, dass neben der Klassenlehrerin ich mitfahre.
Ich fühle mich geehrt. Ich mag die Klasse, ich mag die Kollegin, nur…naja…
Gut, dass es nur fiktiv ist :-)

Sachaufgaben 19.3.2009 -- 14:57:40

Die Schüler der 4. Klasse sollen berechnen, wie oft der Name Müller in einer Stadt vorkommt. Dazu ist im Mathebuch die Seite eines Telefonbuches abgebildet. Wir betrachten sie und reden darüber.
Eine Schülerin, die es nie abwarten kann, fragt mehrfach dazwischen, was sie denn machen sollen. Ich reagiere etwas genervt und sage ihr, dass sie die Telefonbuchseite lesen soll.
Schweigen.
Sie kniet sich auf ihren Stuhl.
Sie rückt das Buch zurecht.
Sie senkt den Kopf - und beginnt still zu lesen.
Ich starre sie an.
Ihre Mitschüler auch.
MICH starrt die Praktikantin an!

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Insider 18.3.2009 -- 16:06:26

Ich habe echt alles versucht. Der Sonasier sitzt direkt vor meinem Pult. Er hat ein unglaubliches Redebedürfnis. Mit mir. Leider ist es sehr einseitig, aber dennoch lenkt es mich ab.
Ich verbiete ihm, mich ständig anzuflirten. Seine Klassenkameraden finden das lustig, ihm ist es überaus peinlich. Leider wirkt das nur kurz.
Also thematisieren wir das Problem in der Klasse und er tauscht den Platz. Er redet immer noch zu viel. Also drohe ich ihm Tesafilm an. Zum Glück kennen wir uns nun gut genug, dass er weiß, dass das ein Scherz ist, ich aber von seinen Störungen echt genervt bin. Wenn es zu doll wird, stelle ich ihm den Abroller auf den Tisch und er wird ruhig.
Leider hält auch das nicht lange vor. Als es wieder mal zu viel wird, greife ich nicht mehr nach dem Abroller, sondern nach dem Tacker und gucke den Sonasier “grimmig” an. Er versteht sofort. Der Rest der Klasse auch und ist amüsiert.
Die hospitierende Praktikantin nicht - sie ist geschockt. Sie gehört halt nicht dazu :-)

Die Pille 17.3.2009 -- 20:59:54

Während der Projektwoche ist einer meiner Schüler viel lebhafter als sonst. Das fällt nicht nur mir auf, sondern auch seinen Mitschülern, die sich über sein Verhalten beschweren, weil er so viel redet. Sonst macht er das nicht. Als ich ihn darauf anspreche, antwortet er: “Ich habe heute meine Pille nicht genommen.” Aha!
Beim Elterngespräch hake ich nach und erfahre, dass er ADS hat und dagegen Medikamente nimmt. Habe ich nach seiner Aussage geahnt, bringe aber mein Unverständnis darüber zum Ausdruck, dass ich darüber nicht informiert wurde. Die Mutter findet das unnötig. Sie hat das Medikament während der Projektwoche einfach mal abgesetzt, damit ich sehe, wie er eigentlich ist.
Jo, jetzt weiß ich’s.

Wenn man keine Ahnung hat… 17.3.2009 -- 20:39:14

Vor einiger Zeit führte ich mit einer Mutter ein Gespräch, in der ich merkwürdige Verhaltensweisen ihres Sohnes beschrieb, die sie bestätigte. Ich vermute eine Wahrnehmungsstörung (oder eine andere Störung) und riet ihr, den Arzt um Hilfe zu bitten, damit der Junge untersucht wird und wir ihm helfen können. Sie war einverstanden.
Jetzt haben wir das Ergebnis. Der Psychologe hat ihr erklärt, dass es in jeder Klasse bestimmte Typen gibt. Er sei der Klassenclown, da könne man nichts machen, es sei denn, es käme ein anderes neues Kind, welches die Rolle übernimmt. Ich finde das nicht hilfreich.
Dafür missfällt dem Psychologen, dass ich den Schüler zeitweilig aus seiner Tischgruppe entferne und ihn allein setze, damit sowohl er als auch der Rest der Gruppe ungestört arbeiten können. Er hält das für eine Methode des 18. Jahrhunderts.
Offen gesagt: Ich bin sauer. Ich habe der Mutter gesagt, dass er gern mal im Unterricht hospitieren könne und wir danach gern über die Methoden und seine Lösungsvorschläge diskutieren können. Die fehlen mir nämlich.

Ringelpietz mit Anfassen 2.3.2009 -- 20:06:14

Wenn ein Kinderprogramm läuft, ist man als Erwachsene fein raus. Es werden nämlich immer die Kinder zum Mitmachen animiert.
Wenn man sich bei Mitmachprogrammen in die erste Reihe setzt, ist man selber Schuld, wenn man sich zum Deppen machen muss.
Der Barde weiß das offenbar noch nicht. Er ist nämlich noch nicht so erfahren in der Kinderbespaßung. Das merkt man zum einen daran, dass er ein sehr langes Programm aufführt und zum anderen daran, dass er keine Kinder auf die Bühne holt, sondern Erwachsene und zwar die, die in der letzten Reihe sitzen.
Also stehen Magd und Hexe brav neben dem Barden auf der Bühne und geben den Backgroundchor. Die Schmerzgrenze der Hexe ist aber endgültig erreicht, als der Barde geküsst werden möchte. Immerhin kann der Barde auch mit einem Korb umgehen…

Gute Quote 1.3.2009 -- 22:37:56

Der Abschluss unserer Projektwoche ist der Rosenmontag, der ebenfalls unter dem Motto “Rund um die Burg” steht. Wir müssen uns entsprechend verkleiden, aber wenigstens ist für ein Programm gesorgt: Ein Barde holt alle Klassen ab und gibt der gesamten Schule eine Vorstellung seiner Sangeskunst. Ich sorge dafür, dass meine Schüler gute Plätze haben und ziehe mich mit einer Kollegin in die letzte Reihe zurück, von wo aus ich einen guten Überblick über meine Schüler habe…
Schon nach 3 Minuten höre ich eine mir sehr vertraute Stimme von weit vorn bis hinten und habe nach kurzer Bewegung meinerseits einen neuen Sitznachbarn. Eigentlich will er sich neben die Praktikantin setzen und den Platz zwischen uns frei lassen, aber ich weise knapp auf meine Eifersucht hin und setze mich durch :-)
Danach hole ich den Sonasier von vorn nach hinten, anschließend den Barabara Salesch Gucker und zum Ende der ersten Hälfte auch noch das geschminkte Mädchen.
Meine Sitznachbarin kommentiert meine Aktivitäten nur trocken mit: “Hey, gute Quote!”

Alles super 24.2.2009 -- 20:30:17

Die erste Projektgruppe hat sehr gut mitgemacht. Nach 2 Tagen werden die Kinder neu gemischt (und damit auch die Läuse weiter verteilt). Die zweite Gruppe ist katastrophal. Als ich geschlaucht ins Lehrerzimmer komme, erblicke ich genauso geschlauchte Kolleginnen. Alle haben dieselbe Erfahrung gemacht.
Alle - bis auf eine. Das ist die, bei der immer “alles super” ist. Irgendwie merkwürdig.
Meine Sitznachbarin und ich beschließen heimlich, dass bei uns ab jetzt auch immer “alles super” ist. Vielleicht hilft es ja, wenn wir uns das einreden…

Diplomatisch 23.2.2009 -- 23:37:07

Während der Projektwoche informiert ein Kind der 1. Klasse seine Lehrerin: “Frau…, jemand in unserer Klasse muss Läuse haben, ich hatte gestern gaaaaanz viele.”
Hmmmmm, wer wohl???

Missverständlich 22.2.2009 -- 23:57:46

“Eyyyyyy, wo is’n der Stecher?”, fragt mich in unverschämtem Tonfall ein 2Klässler während der Projektwoche.
Diese Frage bietet diverse Reaktiosnmöglichkeiten an.
Zu seinem Glück hält er mir aber auch die Kakaoflasche hin, in deren Deckel er ein Loch für den Strohhalm stechen möchte. Also reiche ich ihm den “Stecher”…

Planung der Projektwoche 21.2.2009 -- 14:01:56

Sie nähert sich. Langsam bricht Panik aus. Wir müssen eine Dienstbesprechung machen, in der wir alles besprechen. Das klingt gut.
Leider ist sie aber nicht gut. Ich stelle fest, dass man über 2 Stunden über die Dekoration der Flure sprechen kann und dabei völlig übersieht, dass die Gruppen, die Gruppeneinteilung, der zeitliche Ablauf, die Räume usw. geklärt werden müssen.
Diese Besprechung hätte ich mir klemmen können. Die wesentlichen Dinge sind nicht besprochen worden und wie die Dekoration aussehen solle, habe ich wegen Talentfreiheit nicht verstanden.
Aber - im Gegensatz zu früher, bin ich ganz sicher, dass das schon irgendwie laufen wird. Immerhin weiß ich jetzt, wie ich meine Projektgruppe nennen will, aber nicht, was ich genau machen werde. Aber auch das wird schon…

Schadenfreude 20.2.2009 -- 20:13:17

Nach nur 3 Tagen erfahren wir, dass die Wii kaputt ist.
Mir tut das gar nicht leid! Prepaid UMTS Flatrate

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Basar 20.2.2009 -- 19:50:15

An dieser Stelle möchte ich mit Vorurteilen aufräumen:
Nein, Zensuren werden nicht gewürfelt.
Nein, man kann Zensuren nicht verhandeln.
Nachdem ich die Aufsätze zurückgegeben habe, will mich eine Mutter wegen der Zensur ihres Sohnes sprechen. Natürlich habe ich die Unterlagen nicht mit und vereinbare mit ihre einen Termin, an dem ich meine Bewertungsmatrix auch mithabe. Auf ihre Frage nach dem Grund für die Zensur erkläre ich ihr anhand dieser die Bewertung.
Sie versteht das, findet aber meinen Text unter dem Aufsatz zu gut für die gegebene Zensur. Ich nicht. Die entsprechenden Begriffe (meistens, in der Regel, fast…) tauchen darin auf.
Ich denke, nun sei es geklärt, aber nein. Sie findet, dass ich in den Aufsatz Anmerkungen hätte schreiben müssen. Ich nicht. Kann man machen, aber ich habe alles in dem Text unter dem Aufsatz erklärt, ich biete ihr an, die Anmerkungen noch in den Aufsatz zu schreiben. Das will sie nicht.
Sie meint, ihr Sohn könne ohne die Anmerkungen nicht lernen, wie er sich verbessern könne. Ich finde, dass er sich in der Vorbereitung schon hätte verbessern können, wenn er die entsprechenden Übungen gemacht hätte und biete ihr an, mit ihrem Sohn noch ein Gespräch zu führen und ihm die Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten zu erklären. Das will sie nicht.
Nach geraumer Zeit bin ich ratlos, denn ich halte alle Fragen für beantwortet und wir drehen uns im Kreis, bis sie mir unterstellt, den Aufsatz nicht gelesen zu haben. Erstmal bin ich empört, hatte ich ihr doch, ohne den Aufsatz nochmal zu lesen nur anhand meiner Notizen alles erläutern können. Dann frage ich sie nach ihrem eigentlichen Anliegen, denn sie scheint um etwas herumzureden.
Nach weiteren Wiederholungen, in denen sie auch die Bewertung der Mathematikarbeit kritisiert, weil sie auch dort sehr eindeutige Fehler nicht für Fehler hält, werde ich dann endlich ziemlich direkt (nachdem sie mir nochmals unterstellt hat, ich hätte den Aufsatz nicht gelesen, ich sei egoistisch, weil ich ihren Sohn schlecht bewerte usw.) und frage sie, ob ihr Anliegen sei, dass ich die Zensuren des Sohnes zum Positiven verändern soll, weil er die Schule wechselt und mit einem eher schlechten Zeugnis dort beginne. Irgendwie macht sie mir doch den Eindruck.
Das wolle sie auf gar keinen Fall, aber die Zensuren der Arbeiten seien dennoch nicht gerechtfertigt. Ich bleibe hart, so dass sie ein Gespräch mit der Schulleitung wünscht. Leider möchte sie ihr aber nicht den Aufsatz zur Vorbereitung überlassen und rauscht nach der Terminabsprache wütend ab.
Auch das Gespräch mit der Chefin bringt nichts, sie führt dieselben Argumente an, wie ich, verbittet sich die Unterstellung, ich hätte den Aufsatz nicht gelesen, erklärt ihr auch die Mathearbeit, so dass die Mutter wieder unverrichteter Dinge verschwindet.
Ich bin sehr, sehr froh, dass ich diesen Jungen nicht für die weiterführende Schule empfehlen muss, ich erahne, wohin sie ihn schicken möchte und mit welchen Mitteln…

Erziehungsmaßnahmen 19.2.2009 -- 21:16:36

Die Eltern des Sonasiers sind über die Ergebnisse der Klassenkonferenz informiert worden. Ich frage mich, ob es wohl irgendwelche erzieherischen Maßnahmen zu Hause gegeben hat. Offenbar schon.
Im nächsten Montagskreis werden wir vom Sonasier darüber informiert, dass er am Wochenende eine Wii bekommen hat. Ich bin geschockt und frage: “WAS hast du bekommen?” Er will mir erklären, was eine Wii ist. Ich unterbreche ihn, aber auch seine Mitschüler tun dies, denn sie sind ebenfalls etwas entgeistert. Aber aus anderen Gründen als ich: “Die ist doch sooooo teuer!!!” Der Sonasier klärt uns auch darüber auf: “Kein Problem. Wir zahlen das in Raten.”
Ob Fehlverhalten in Sonasien belohnt wird?

Einschläfernd 18.2.2009 -- 21:16:46

Bei der zugegebenermaßen sehr langweiligen Zeugniskonferenz erschrecken wir alle, weil es plötzlich laut am Ende des Tisches knallt. Wir alle blicken auf meinen Klassensprecher, der mit hochrotem Kopf dasitzt. Es hilft ihm auch nicht, dass wir es nicht schlimm finden, dass er einfach eingeschlafen ist und seinen Kopf nicht mehr oben halten konnte. Immerhin sind wir jetzt wieder wach!

Wo liegt eigentlich Sonasien? 17.2.2009 -- 21:13:17

In der Klassenkonferenz wird überlegt, welche Muttersprache die Eltern des “bösen Jungen” sprechen. Ich weiß es nicht, aber ein Blick in die Akte hilft - dachte ich und lese etwas irritiert vor: “Nach der Akte kommt er aus Sonasien.”
Während ich noch grüble, was das wieder für ein kleines, mir unbekanntes Land sein könnte, lacht die Schulleiterin schallend los und erklärt: “Neee, das macht das Programm, das heißt “sonstige asiatische Länder”. Immerhin sind danach wieder alle munter…